Internationale FreiwilligeneinsätzeAnderen helfen durch freiwillige Auslandseinsätze

Ab ins Ausland mal anders - Ein Leitfaden für Engagierte

Finanzierung, Träger und anderes beim Engagement weltweit

Buchbesprechung aus "Außenwirtschaft aktuell" der IHK Schleswig-Holstein

Welt - Freiwilligeneinsätze
Das Buch will bei der Planung von selbstorganisierten Freiwilligendiensten weltweit helfen. Es bietet Details zu Vorgehensweisen, Zeitplanung, Finanzierung etc. sowie auch Erfahrungsberichte, Entwürfe zu Vereinbarungen, Vorlangen zu Unterstützungsschreiben und wichtige Adressen.

Buchbesprechung der Badischen Zeitung

Sie werden immer mehr — und sie sind längst nicht mehr alle jung: Freiwilligendienste im Ausland boomen, auch Ältere zieht es häufiger zu neuen Erfahrungen in die Ferne. Da passt es, dass nun eine erweiterte und überarbeitete Fassung des "Leitfadens zu selbstorganisierten Freiwilligendiensten" erscheint — so der Untertitel des 224 Seiten starken Buchs "Freiwilligendienste weltweit" im Interconnections-Verlag.

Als Au Pair Kinder hüten und sauber machen? Das wird bei jungen Frauen zunehmend unattraktiv — für Männer war’s das ohnehin schon immer. Diese Entwicklung beobachtet Georg Beckmann vom Verlag Interconnections seit einiger Zeit, gleichzeitig den zunehmenden Ansturm auf Freiwilligendienste. Denn eines ist klar: Ins Ausland zu gehen ist nach wie vor äußerst beliebt, und nicht mehr nur bei jungen Menschen, die zwischen Schule und Studium oder Ausbildung stehen. Auch bei den Älteren gibt’s immer mehr, die sich eine Auszeit ganz woanders nehmen — zum Beispiel in einer persönlichen Umbruchsituation oder nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben. So wie der Ingenieur, den es in ein Heim für Straßenkinder nach Afrika zog, erzählt Angela Plichta, eine der drei Autor(inn)en des Buchs. Für jüngere und ältere Aussteiger auf Zeit gibt’s viel zu klären. Freiwilliges soziales Jahr, Europäischer Freiwilligendienst oder "Anderer Dienst" im Ausland? Welche Impfungen und Versicherungen sind nötig? Wie lassen sich die rund 9000 Euro finanzieren, die zehn Monate freiwillige Arbeit im Ausland im Durchschnitt kosten? Und vor allem: Unter welchen Trägern muss ein Freiwilligendienst laufen, damit er als anerkannt gilt?

Denn auch wer schon gute Kontakte am Einsatzort hat und sich selbst ein Wunschprogramm zusammenstellt, kommt irgendwann an den Punkt, dass ein Träger her muss, sagt Mit-Autor Eugen Baldas. Schließlich sei nur unter anerkannten Trägern ein anerkannter Freiwilligendienst möglich — ein wichtiges Kriterium, wenn es ums Kindergeld oder die Anerkennung der Auslandszeit als Zivildienst gehe. Und eine Voraussetzung dafür, dass Zuschüsse beantragt werden können — zum Beispiel bei Programmen der Europäischen Union, bei Stiftungen oder (über den Entsendedienst "Weltwärts" ) beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mögliche Träger listet das Buch ausführlich auf. Sie sind zudem Anlaufstellen für alle, die noch keine Kontakte und genaue Vorstellungen haben und sich lieber vermitteln lassen wollen als alles selbst in die Hand zu nehmen. Garantien, dass das klappt, gibt es allerdings nicht. Längst übersteige die Anfrage bei weitem das Angebot, sagt Eugen Baldas, der schätzt, dass auf einen Platz zehn Interessierte kommen. Für ihn Grund genug, zu empfehlen, möglichst selbst aktiv zu werden, so wie er es mit dem Verein "Begegnung und Solidarität" (Beso) vorgemacht hat: Der Verein ist mittlerweile als 100. Entsendeorganisation von "Weltwärts" anerkannt — so dass die Trägerprobleme gelöst sind.

Freiwilligendienste sind seit langem Eugen Baldas’ Thema, er hat den Verein Beso 2003 gegründet, hat viele Kontakte in Ecuador, 2005 zum ersten Mal eine internationale Jugendbegegnung organisiert und immer wieder Freiwilligenprojekte koordiniert. Auch die anderen Autorinnen sind Expertinnen: Angela Plichta ist nach einem "Generationsübergreifenden Freiwilligendienst" (GFD) mittlerweile Referentin für GFD-Online-Beratung beim Deutschen Caritasverband geworden, Florentine Beck war Freiwillige in Ecuador, hat ihre Sozialpädagogik-Diplomarbeit über die Rolle von ehemaligen Freiwilligen geschrieben und unter anderem beim Aufbau des Beratungsangebots zu "internationalen Freiwilligendiensten und Anderer Dienst im Ausland" in Berlin mitgearbeitet.

Buchbesprechung von Franz Viohl auf Uni- und Karriereportal stellenboersen.de

Leitfaden zu selbstorganisierten Freiwilligendiensten

Ein Zeit im Ausland zu verbringen und dabei in einem sozialen Projekt arbeiten – diese Idee liegt im Trend. Freiwilligendienste werden ausgebaut, so zum Beispiel durch das neue „Weltwärts“-Programm. Die Motive sind vielfältig: ein anderes Land kennen lernen, sich eine neue Sprache aneignen, in einer anderen Kultur leben, Benachteiligten helfen usw.

Auf dem Weg, ein solches Vorhaben gut zu planen und erfolgreich umzusetzen, hilft das Buch „Freiwilligeneinsätze Weltweit“, das wertvolle Tipps zur gesamten Organisierung eines Auslandseinsatzes liefert. Systematisch erklärt der handliche Ratgeber die verschiedenen Rechtsformen für einen Einsatz im Ausland. Ob Freiwilliges Soziales Jahr, Anderer Dienst im Ausland, mit oder ohne Entsendeorganisation – jedes Detail wird erläutert. Auch findet sich ein Beispiel für die Bewerbung bei einer Entsendeorganisation, die Autoren gehen darauf ein, wie man einen Träger für ein selbst ausgesuchtes Projekt findet und auch das entwicklungspolitische Programm „Weltwärts“ der Bundesregierung wird vorgestellt.

Doch vor allem solle man sich über seine eigene Motivation im Klaren sein, so die Autoren. Nur zu sagen „Nix wie raus“ reiche nicht als Argument, um ein Jahr soziale Arbeit in einem fremden Land in Angriff zu nehmen. Dabei sei es hilfreich, sich durch Gespräche mit Eltern oder Freunden zu vergewissern, ob das Unternehmen Freiwilligendienst Sinn für mich macht. Bin ich bereit, mich in einer anderen Kultur zurecht zu finden, unter einfachen Bedingungen zu leben und mit Armut konfrontiert zu werden? Auch enthält das Buch „Testkriterien“ für die Entsender, an denen deren Qualität gemessen werden kann, etwa ob die Arbeitszeit geregelt ist, Versicherungsschutz und persönliche Begleitung vorhanden sind.

Für die Vorbereitung des Einsatzes wird ein Zeitplan vorgeschlagen, der äußerst hilfreich ist. Wann muss ich mich beim Träger bewereben, wie sieht es mit dem Sprachkurs aus, was für Formalia sind zu erledigen?

Erfahrungsberichte von Freiwilligen aus verschieden Ländern machen den Ratgeber auch zu einer unterhaltsamen Lektüre, die Lust macht auf Erleben und das Kennenlernen neuer Menschen und Kulturen. Auch diverse Tipps für die Rückkehr und die Zeit nach dem Dienst geben Orientierung und Hilfe, um aus dem Projekt „Ausland“ eine runde Sache zu machen.

Das Buch ist jedem zu empfehlen, der einen Freiwilligendienst plant und sich einen Durchblick verschaffen will über die vielfältigen Möglichkeiten und sich selbst auch klar über die Dimension eines Einsatzes im Ausland zu werden.

Freiwilligeneinsätze Weltweit - Leitfaden zu selbstorganisierten Freiwilligeneinsätzen, von Eugen Baldas u.a., Verlag interconnections, 225 Seiten, 15,90 Euro.

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Ähnlich in der Reihe:

»Freiwilligendienste in Deutschland«, von Anka Dobslaw, Jörn Fischer, Claudio Jax. interconnections, ISBN 978-3-86040-127-9, 256 Seiten, 15,90 Euro.

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