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Papua Neuguinea - Leben im Regenwald

Todeszauber, Busencheck, beheizte Klaviere und eine christliche Ohrfeige

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"Mein Großvater pflegte noch Menschenfleisch zu essen, und mein Sohn fliegt jetzt eine F 28, so ist das Leben" - Zitat eines Einheimischen.
Ausgefallene Lebensgeschichte aus einem fernen Land von ganz unterschiedlicher Kultur.
Die Autorin begleitete ihren Mann mehrere Jahre bei seinem Einsatz auf einer Missionsstation im Urwald in den Siebziger Jahren. Sie ist jung, neugierig, hat bis dahin noch wenig erlebt. Papua Neuguina war einst deutsche Kolonie gewesen. Zur ideologischen Absicherung des kaiserlichen Herrschaftsanspruchs wurden - wie immer - Missionare ausgesandt, die den schönen Vorteil besaßen, billiger als das Militär zu sein und für eine "innere" Unterwerfung zu sorgen. So hat auch der Ehemann der Autorin verwandtschaftliche Beziehungen zur Familie des damaligen "Pioniermissionars" Christian Keysser (manchmal auch als "Keyßer" zu finden) in Neuguinea, http://www.bautz.de/bbkl/k/Keysser.shtml.

Sie fand sich in der ungewohnten Umgebung bald zurecht, schloß Freundschaft mit den Frauen am Ort, begann Pidgin-Englisch zu erlenen. Obwohl sie weder irgendwelche besonderen Kenntnisse geschweige denn eine entsprechende Ausbildung besaß, übernahm sie die Krankenstation und machte sich nützlich.
Sie schildert ihre Erlebnisse in einer Kultur zwischen Vergangenheit, archaischen Riten, und Moderne, die Konflikt und Veränderungen, die bei einem zweiten Einsatz in einer größeren Stadt zu beobachten sind. Korruption, Gewalt, Rodungen durch ausländische Konzerne und auch christliche Heuchelei.
Auch interessante Details aus der Keysser-Zeit kommen ans Licht, so z.B. ein mißlungener "frommer Weibertausch".

Zur Autorin:
Gabriele Cavelius wurde in 1949 in Urspringen (Unterfranken) in der „Villa“, einer Polizeiwache geboren, wo ihr Vater Dienststellenleiter war. Aufgewachsen ist sie in Erlenbach am Main in einem christlich geprägten Elternhaus.

Zitat: "Obgleich ich mit meiner Mutter am Mainufer Brennnesseln als Spinatersatz sammelte, hatte ich immer das Gefühl, es sei "alles da". Was wirklich da war, war Wärme: Andersens Märchen, Peter Rossegger, Bratäpfel in der Weihnachtszeit am Kachelofen.

Später stand ich oft frierend mit meinem Geigenkasten am Bahnhof. Ich besuchte das Deutsche Gymnasium in Aschaffenburg, das jetzt wohl als „Musischer Zweig“ bezeichnet wird. In dieser Zeit verschlang ich alles, was lesbar schien: Liebesromane aus der Leihbücherei, Jerry Cotton-Hefte, Pearl S. Buck („Die Frau des Missionars“), Thomas Mann – mir galt alles als Literatur.

Meine Ausbildung als Religionslehrerin absolvierte ich am Katechetischen Seminar in Neuendettelsau. Dieser Ort wurde von Insidern auch als Pfarrfrauenfabrik bezeichnet, da neben etlichen Ausbildungsstätten für Frauen dort auch die Augustana Hochschule und das Missionsseminar waren. Bei der Anstellungsprüfung zur Religionslehrerin war ich bereits hochschwanger, weil ich mein erstes Kind in der Sicherheit Deutschlands zur Welt bringen wollte.

Nach dem zweiten Aufenthalt in P.N.G. zeigte sich, dass mein Mann und ich unseren gemeinsamen Weg zu Ende gegangen waren.

Mein beruflicher Weg führte mich nach Landsberg a. Lech, wo ich zehn Jahre als Sozialpädagogin in der Asylberatung arbeitete. Hier lernte ich meinen zweiten Mann kennen, der in der gleichen Einrichtung für die Regierung von Oberbayern tätig war.

2003 brachen wir unsere Zelte in Landsberg ab, um uns meinen alten Eltern widmen zu können. Ich pflegte meinen demenzkranken Vater bis zu seinem Tod im August 2007. Zum Ausgleich schrieb ich in seinen letzten Monaten abends an meinem Manuskript.

»Papua Neuguinea«
Todeszauber, Busencheck, beheizte Klaviere und eine christliche Ohrfeige Gabriele Cavelius
210 Seiten, ISBN 978-3-86040-136-1

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